Gesunde Pferde - Harmonisch Reiten
Gesunde Pferde - Harmonisch Reiten

Häufige Fragen & Missverstädnisse

"Hufrolle" ist nicht heilbar und ein Todesurteil für das Pferd. - FALSCH.


Die Hufrollenentzündung entsteht durch eine falsche Hufform und kann bei richtiger Barhufbearbeitung geheilt werden. Das Pferd wird wieder voll einsatzfähig - vorrausgesetzt, es wird weiterhin richtig behandelt. Nach Behebung der falschen Druckverhältnisse im Huf klingt die Entzündung ab und das Pferd ist wieder lahmfrei... "Hufrolle" ist heilbar.
 
 
"Hufrehe" ist eine fütterungsbedingte Krankheit und bestimmte Pferderassen bekommen leichter Rehe, als andere. - FALSCH.

Es gibt verschiedenen Arten der Rehe. Eine Vergiftungsrehe wird alle vier Hufe befallen, eine Überlastungsrehe (auch "Belastungsrehe" genannt) meist die Vorderhufe. Die sogenannte Futterrehe im eigentlichen Sinne (angeblich verursacht durch Stoffe im Gras, z.B. Fruktane) gibt es prinzipiell gar nicht wirklich, jedenfalls nicht so, wie es zur Zeit gelehrt wird.

Wenn keine Vergiftung vorliegt, das Pferd aber eine Rehe bekommt, wenn es im Frühjahr auf die Weide gelassen wird, führen konventionelle Meinungen dies meist auf bestimmte Stoffe im Gras zurück (übrigens immer wieder neue... mal Fruktane, mal etwas anderes...). Hier kurz zu beschreiben, was wirklich passiert, würde den Rahmen sprengen, jedoch kann man sagen, dass nicht die Stoffe im Gras zu der Rehe führen, sondern andere, durch die Hufstellung bedingte Faktoren. Wird richtig gehandelt, kann die Rehe ausheilen.
Hat das Pferd eine gesunde Hufstellung, kann selbst bei sehr plötzlicher Anweidung nichts passieren (ausgenommen Durchfälle etc.). Auch kann man nicht sagen, dass bestimmte Pferderassen schneller Hufrehe bekommen, als andere. Diese Annahme kommt sicherlich daher, dass vorzugsweise bestimmte Rassen so gehalten werden, dass eine Rehe entstehen kann. Ein Pferd anderer Rasse unter gleichen Bedingungen würde aber ebenfalls eine Rehe entwickeln.

 
 
Huffett ist gut für die Hufe. - FALSCH.
 
In der Natur kommen normalerweise weder Fette, noch Salben oder sonstige chemische Substanzen an die Pferdehufe.
Huffett ist weder gut für die Hufe, noch hat es irgendwelche positiven Effekte. Es trocknet die Hufe aus, da es sie vor Feuchtigkeit verschließt. Diese ist aber - wie weiter oben beschrieben wurde - notwendig und wichtig.

 
 
Hufeisen ermöglichen Hufmechanismus, zumindest hinten, und dadurch wird der Huf dort auch abgenutzt. - FALSCH.

Beides sind theoretische Annahmen. Es stimmt zwar, das ein Huf sich irgendwie doch noch bewegt, wenn er auf einem Eisen festgenagelt ist, jedoch ist diese Bewegung (wie bereits oben erklärt) pathologisch und nicht mit richtigem Hufmechanismus zu vergleichen.
Eine weitere, teilweise verbreitete Annahme, ist, dass dadurch, dass er sich "hinten" noch bewegt, an dieser Stelle vermehrt Abrieb entstehen würde, wodurch der Huf angeblich mit der Zeit "nach-hinten-unten-kippt" und kurze Trachten bekommt. Dies kann man weder praktisch beobachten, noch theoretisch bestätigen, denn vermehrte Bewegung (hier im hinteren Bereich) ohne tatsächliche Abnutzung auf dem Boden führt zu vermehrtem Wachstum, nicht zu Abrieb dieses Bereiches (Bewegung = Durchblutung = Wachstum).
In der Praxis kann man daher auch eher beobachten, dass ein Pferd mit Eisen immer höhere Trachten entwickelt, anstatt hinten "tiefer" zu werden.

Dies hängt natürlich auch davon ab, wie der Schmied/Hufbearbeiter arbeitet.
Jedoch kann man zweifelsfrei sagen und belegen, dass auf dem Hufeisen kein Hufmechanismus im eigentlichen Sinne stattfindet und der Huf sich auch nicht in natürlicher Form abnutzt, sondern lediglich kompensierende Ausgleichs - Bewegungen macht, ohne dabei funktionstüchtig zu sein. Zu diesem Thema gibt es übrigens ebenfalls Versuchsreihen und Publikationen (Chris Pollit u.A.).

 
 
Wenn man die Hufe hinten kürzt, brechen die Hufbeinäste ab oder werden zumindest >nach unten gelegt<, wodurch Zug an ihnen entsteht. - FALSCH (mit Einschränkung).

Man kann einen Huf hinten praktisch kaum so weit kürzen, dass ein Pferd mit nach hinten gekipptem Hufbein steht.
Ganz selten kann man zwar beobachten, dass Pferde (nicht nach Dr. Strasser geschnitten!) so bearbeitet werden, dass die Hinterhufe zwar kurze Trachten, aber gleichzeitig im Zehenbereich eine zu große Höhe haben. Der Kronrand-winkel ist in diesem Fall sehr steil und solche Tiere stehen grundsätzlich mit nach vorne gesetzten Röhrbeinen. Tatsächlich hat das Hufbein in diesem Fall eine "rückwärts-abwärts-Tendenz".
Würde man hier sohlenseitig die Zehe kürzen, könnten sich die Tiere entspannen und wieder mit geraden Röhrbeinen und gut positioniertem Hufbein stehen.

Hat man den Verdacht, dass die Hufbeinäste tiefer liegen, als die Zehenspitze des Hufbeins, müsste man gleichzeitig grundsätzlich beobachten können, dass die Gliedmaße vorgestellt wird - oder sich der Hufbeinknochen von der Hufwand löst (= Hufrehe).

Oft wird behauptet, bei "Strasser behandelten Hufen" würde das Hufbein in eine solche Lage geraten. Dies kann zum einen röntgenologisch sofort widerlegt werden. Zum anderen würde sich dies durch eine ebensolche Stellung mit vorgestreckten Röhrbeinen (besonders bei den Hinterhufen) zeigen.

 
 
Sommerekzem ist nicht gut heilbar und ein Ekzemerpferd wird ein Leben lang darunter leiden. - FALSCH.

Sommerekzem ist eine "Ausscheidungskrankheit". Sind Leber und Niere mit der Ausscheidung von Abfallstoffen im Körper überfordert (weil die Hufe als Ausscheidungsorgan nicht sachgemäß arbeiten -> falsche Form mit wenig Hufmechanismus), wird die Haut als "Retter" verwendet und hilft bei der Ausscheidung. Dies kann sich als Ekzem, Mauke o.Ä. zeigen. Werden die Hufe in Ordnung gebracht und stimmen Ernährung und Haltung, heilt das Ekzem aus. Dieser Prozess kann zwischen einem halben und drei Jahren dauern, wobei sich der Zustand des Tieres in dieser Zeit kontinuierlich bis sprunghaft verbessert, was auch durch Zusammenarbeit mit Tierheilpraktikern o.Ä. beschleunigt werden kann.

 
 
Passartiger Schritt ist exterieurbedingt oder eine unerklärliche Unart des Pferdes und kann nur schwer (oder gar nicht) behoben werden. - FALSCH.

Passartiger Schritt entsteht oft (wie so vieles) durch falsche Hufform. Bringt man die Hufe in Ordnung, hat dies den schönen Nebeneffekt, dass sich die Gangarten verbessern. Klarer definierter Schritt, raumgreifenderer Trab und Galopp, mehr Bergauftendenz etc. etc.

 

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