Hier eine kurze Beschreibung der Pferde, die mich bisher begleitet haben.
Neben meinen eigenen haben natürlich auch die vielen Kunden- und Korrekturpferde meinen Werdegang beeinflusst. Ich bin sehr
dankbar für jedes, dass ich bisher kennen lernen durfte!
Mein erstes Pony hieß VALENTO (*1995). Ich bekam ihn, als ich 11 Jahre alt
war. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, weil wir beide noch so unerfahren waren, wuchsen wir gut zusammen und begannen eine kleine Turnierkarriere, besonders im Springbereich (bis 1,10m). Wir
kehrten fast nie ohne Schleife heim und hatten viel Spaß.
Aus zeitlichen Gründen habe ich als junge Erwachsene zwischendurch mehrere Jahre aufgehört, ihn regelmäßig zu reiten. Dressurmäßig habe ich ihn danach noch etwas weiter gefördert, auch mithilfe der
Schülerinnen und Schüler im Unterricht, nachdem ich Reitlehrerin und RWYM-Coach wurde. Zwischendurch nahm ich unregelmäßig noch an ein paar Vielseitigeits-Trainings und Turnieren mit ihm teil, wo wir
auch noch einige Schleifen sammelten. Danach kaufte ihn meine damalige Freundin Ulrike, die ihn noch immer besitzt.
MORITZ hieß unser Shettlandpony, dass als Freund für Valento gekauft wurde. Hier ist eins der wenigen Fotos, wo meine Schwester sich auf ihn drauf getraut hat ;-) er war unfassbar stur, frech, hatte ein Ego für vier und konnte Bocken wie ein Rodeobulle...
Durch seinen Schlaukopf haben wir sehr viel gelernt und gelacht. Mit den Jahren, die er bei uns war, haben wir es langsam geschafft, dass er ziemlich umgänglich wurde, so dass wir ihn später, als wir alle zu groß waren, guten Gewissens an eine andere Familie mit Ponys und Kindern verkaufen konnten.
RICO war ein Welsh Cob-Haflinger Mix. Er lebte bis zu seinem Tod bei uns. Er war anfänglich im Gelände ein Durchgänger und insgesamt ein ziemlicher "Rüpel". Durch konsequentes tägliches Üben (als Jugendliche hat man ja Zeit...) wurde er mit der Zeit umgänglicher und wir waren im Raum Aachen auf Dressurturnieren bis zur Klasse A unterwegs. Rico starb im Alter von 19 Jahren bei uns zu Hause, vermutlich aufgrund einer Herzschwäche, die wir immer vermuteten.
ANNABELL, geboren 1996, ist eine Haflinger Stute, die wir in meiner Jugend, 2002 kauften. 2020 zog sie mit meiner eigenen Familie und mir nach Bayern. Ich hatte sie wirklich vielseitig ausgebildet - Dressur, Stangen- und Geländesprünge, Ausritte (auch mit kleinen Kindern und als Handpferd), Kutsche ein- und zweispännig, Voltigieren, Wanderritte, Anfängerstunden, Fallkurse in verschiedenen Städten in Deutschland, Sitzschule, St. Martin... es gibt, glaube ich, fast nichts, was ich mit ihr nicht gemacht habe. Sie war ebenfalls mein Pferd für den Trainer C Lehrgang 2011. Wir starteten mehrere Jahre lang erfolgreich in Spring-, Dressurprüfungen gegen Großpferde. Zwischendurch zog sie auch mal den Reitsand mit ein paar Reifen glatt - oder eingewachsene Zäune aus dem Boden...
Insgesamt hat Annabell uns 22 Jahre lang gehört. 2024 habe ich durch Zufall den perfekten Altersruhesitz für sie gefunden, so dass sie nun in Regen in einem kleinen therapeutischen Reitbetrieb die Allerkleinsten durch den Wald trägt. Wir haben weiterhin regelmäßig netten Kontakt mit den neuen Besitzern.
Nachdem ich mit den Ponys von den Richtern immer öfter Kommentare bekam, dass mit einem
Großpferd ein noch harmonischeres Bild erzielt werden könnte, durfte ich RUBINA (*1999) haben. Sie war mein erstes Großpferd, eine Rheinländer Stute von Rubinstein. Leider waren ihre
Hufe recht schlecht und so startete ich -anstatt der erdachten Turnierkarriere- eine Hufpfleger-Karriere ;-)
Rubina gab ich einige Jahre nach dem Kauf aus Zeitgründen an eine befreundete Pferde-Ostepathin ab, die sie bis heute
besitzt.
ZSA ZSA ("Motte") ist meine Araberstute, geboren 2001, die mir auch heute noch gehört. Ich kaufte sie achtjährig, fast roh, da sie eigentlich Zuchtstute werden sollte. Zunächst bildete ich sie westernmäßig aus und nahm sie zu allen Events, die "gruselig" sein könnten, mit, damit sie gelassen und sicher wurde. Danach hatte ich mehr als 2 Jahre kaum Zeit für sie, da ich meine ersten beiden Kinder bekam und mich erst einmal neu orientieren musste. Anschließend war sie bis Ende 2019 Schulpony für die jüngeren Schüler bei mir am Hof in Aachen und nahm mit mir regelmäßig an St. Martins Umzügen, Wanderritten und Dreharbeiten teil. Sie lief dabei immer gebisslos.
In Bayern bildete ich sie noch (trotz ihrer über 20 Jahre) vielseitig aus, da sie vorher noch nicht viel Springerfahrung
hatte. Zsa Zsa hat innerhalb einiger Monate eine bemerkenswert gute Technik entwickelt, obwohl sie nicht mit großem Talent und Spring-Lust
ausgestatteten war. Ebenfalls fährt Motte ein- und zweispännig Kutsche und zieht regelmäßig Schleppe.
BERNSTEIN ("Benny") war ein Rettungsfall, der verängstigt und verwarlost zu mir kam. Er hatte
keine Papiere, soll aber ein Hannoveraner-Vollblutmix gewesen sein, vermutlich von 2004. Er war tollpatschig, abgemagert und scheu. Durch vieeeeel Arbeit, z.B. Dual Aktivierung, bekam er langsam mehr
Körpergefühl und mehr Selbstbewusstsein, konnte sich besser einschätzen und schaffte es auch, mit mir auf externe Trainings zu fahren, ohne hinzufallen oder in Stress zu verfallen. Sogar nach England
auf Fortbildungen nahm ich ihn schließlich mit.
Er war durch seine Vorgeschichte leider häufig zu dünn, trotz optimaler Versorgung und vieler Tierarzt-Checks bei uns. Leider
starb Benny 2017 unverhofft, vermutlich an einer Folge seiner Darmprobleme, die er aus der Zeit der Unterernährung vor uns mitgebracht hatte.
GRANIT kam als Rehapferd mit "austherapierter Hufrolle" (Hufgelenksentzündung, Podotrochlose) zu uns.
Die Symptome waren zwei Jahre zuvor durch einen Nervenschnitt "ausgeschaltet" worden, die
Enden der Nerven hatten sich aber wiedergefunden und er war erneut lahm. Außerdem war er Hengst und nicht an Offenstallhaltung und Herde gewöhnt. Bevor er zu uns kam, war er Springpferd bis zur Klasse S. Da die Kollegin, die
ihn gerettet hatte, ihn in ihrem Stall nicht halten konnte, übernahm ich ihn.
Wir therapierten seine Hufe und integrierten ihn mit den Wallachen im Offenstall. Einige Jahre später ließen wir ihn legen
und konnten ihn danach auch mit den Stuten zusammenstellen, so dass die Herde wieder gemischt war. Er wurde bei uns als Freizietpferd geritten. Leider hatte Granit jedoch auch Spat, der ihm im Alter
immer mehr zu schaffen machte. Nach einem ca. zweijährigen Aufenthalt auf einer flachen, für ihn besser geeigneten Unterbringungsstelle, in die wir ihn abgaben, mussten wir ihn leider trotzdem
erlösen, da seine Hinterbeine ihm große Schmerzen machten und auch alle Therapien nur noch kurze oder kaum Erleichterung brachten.
DUNDEE war ein Englischer Hannoveraner VB Mix. Ihn habe ich mit Hufgelenksentzündung ("Hufrolle") übernommen und gesund gepflegt. Zusammen ritten wir im A* und A** Bereich Vielseitigkeit.
Da Dundee gern reist und sich sehr gut auf neue Umgebung einstellen kann, nahm ich ihn gelegentlich mit zu Dreh-Orten, wo fremde Reiter ihn für Filmprojekte ritten. Außerdem fuhr ich mit ihm auf Fortbildungen, gelegentlich auch bis nach England.
Aufgrund von Zeitmangel gab ich Dundee 2018 an eine Schülerin ab.
Lange begleitet hat mich der Friesen-Andalusier-Mix Wallach GIACOMO, den ich 2008 fünfjährig mit starken Knochen-Veränderungen an einem Vorderbein kaufte.
Von 2009-2016 gehörte er einer Bekannten und war Einstallpferd am Hof bei mir in Aachen, bevor ich ihn wieder zurückkaufte, da sich ihre Lebenssituation komplett veränderte und ihr kein Pferd mehr erlaubte.
Giacomo ist wie Dundee regeneriert und wieder reitbar. Ich bildete ihn im Bereich Film und Stunt aus, er war z.B. unter anderem als St. Martins Pferd im Einsatz. Außerdem genoss er unsere mehrtägigen
Wanderritte und ich habe Ende 2017 auch bemerkt, dass er die Vielseitigkeit und das Springen genauso liebte, wie ich. Als ich nach Bayern umzog, konnte ich nur höchstens zwei Pferde mitnehmen und
entschied mich dafür, Giacomo einer lieben Bekannten zu verkaufen, da er für meine Kinder zu groß gewesen wäre und ich lieber zwei ältere, kleinere Ponystuten mitnehmen wollte, damit "die ganze
Familie" sie versorgen und bewegen konnte.
PEGGY, eine niedliche Welsh A Stute, konnte ich zwar nicht selber reiten, gehörte aber lange zu meiner "Ponyflotte" dazu. Sie war ebenfalls ein Huf-Rettungsfall und wurde von mir mithilfe leichter Schülerinnen so weit ausgebildet, dass sie am Ende ein perfektes Lehrpferd für kleinere Kinder war. Sie wurde, wie auch alle anderen Pferde, bei uns vielseitig trainiert und fuhr ebenfalls Kutsche. Ca. 400 km bei Wanderritten und mehrere St. Martins-Umzüge mit meinen Kindern und Kita-Kindern als Reiter hat sie ebenfalls unter ihre Hufe gebracht :-) Peggy lebt heute in Hessen bei einer Sitzschul-Kollegin von mir, die sie in ihrer Reitschule weiter einsetzt. Sie hat dort viele kleine Fans.
PAULA ist eine recht große Shetty Stute (1,08m) von 2012, die ich kaufte, als meine Kinder noch recht klein waren. Eigentlich (...) wollten wir bei einem Ponyhändler nur eine Kutsche für Peggy kaufen... sahen dort dann Paula in einer Herde anderer Shettys, die Paula allesamt jagten. Sie war schweißnass und zitterte vor Stress, wenn sie eine kurze Atempause hatte. Also kauften wir eine Kutsche plus ein Shetty, weil sie uns so leidtat.
Mein ursprünglicher Plan war, sie einzufahren, um mit Peggy zusammen zweispännig unterwegs sein zu können. Ich wollte sie eigentlich auch als weiteres Schulpony
einsetzen, damit die kleinen Kinder auch kleine Ponys zur Verfügung hätten und nicht so viel mit den Endmaßponys reiten müssten.
Der Plan ging leider nicht auf, da ich nicht die Zeit fand, Paula zu trainieren. Nach einem Jahr unregelmäßigen, leichten Trainings sah ich ein, dass es so sinnlos sei und verkaufte ich sie in sehr
gute Hände, wo sie seitdem von einer feinen, kleinwüchsigen Reiterin und einer tollen Trainerin weiter ausgebildet und gefördert wird.
LIBELLE habe ich Anfang 2024 zufällig in Bayern entdeckt. Ich wollte eigentlich gar kein neues Pferd haben, aber sie tat mir mit ihren schlimmen Zwanghufen so Leid und war mir auf Anhieb unglaublich sympathisch...
Libelle ist springbetont gezogen (Canstakko x Souveraen).
Erstmal musste ich ihre Hufe in Ordnung bringen und jede Menge andere Baustellen in den Griff bekommen, so hatte sie unter anderem Magenprobleme und extrem feste Faszien (resultierend aus alten Verletzungen und Überlastungen). Teilweise war sie lahm, ohne dass wir einen "Herd" ausmachen konnten. Durch sie habe ich mit meiner Ausbildung zur Equine Fascia Trauma Release Therapeutin begonnen. Auch sonst musste sie einiges nachholen... sie war kein Fan vom Anhänger fahren und fiel dabei mehrmals fast im Hänger um. Dadurch, dass sie immer nur in Halle und Platz unterwegs war, hatte sie auch viel Angst vor alltäglichen Dingen im Gelände und musste wie ein Jungpferd erstmal von Null an vieles herangeführt werden.
BANDIT habe ich im Oktober 2025 übernommen. Geboren ist er 2013.
Bis ich seine Besitzerin wurde, war er schon einige Monate lang meine Reitbeteiligung und ich hatte kurz davor auch seine Hufpflege übernommen.
Seine Vorbesitzerin hatte mit ihm in den 10 gemeinsamen Jahren viele miese Rückschläge: Durch sein Temperament stürzte sie mehrmals schlimm von ihm. Außerdem hatte er so brüchige Hufe, dass sie oft monatelang Pause machen musste, weil "nichts mehr hielt" und er kaum laufen konnte.
Ein weiterer, schwerer Sturz im Oktober 2025 war dann das Aus für ihr Vertrauen. Sie unterstützt uns weiter im Umgang und vom Boden aus und ich bin ihr unglaublich dankbar für ihr Vertrauen und die tolle Zusammenarbeit.
Bandit ist dressurbetont gezogen (Desperados x Bon Bravour). Ich freue mich sehr darauf, ihn weiter auszubilden - jetzt, wo auch die Hufe "mitspielen", kann er endlich das werden, was seine Besitzerin für ihn gewünscht hat. Er gewinnt jeden Tag mehr an Selbstsicherheit und Ausdruck.
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